„Als würden mich schwarze Dämonen festhalten“

Patrick Schindler, 35, wurde wegen seiner Depression zum Frührentner.

Redaktion

Seit ich 2010 in eine schwere Depression, in dieses tiefe dunkle Tal, gestürzt bin, ist um mich herum alles nur noch schwarzweiß und kalt. Ich bin erstarrt zu einem Eisklotz, der nichts mehr fühlt – weder Trauer, Freude noch Traurigkeit. Ich habe mich sozial komplett zurückgezogen und habe kaum bis gar keinen sozialen Kontakt mehr. Die psychosomatischen Symptome sind zum Beispiel Schwindel, starke Kopf- und Bauchschmerzen, chronische Schlafstörungen. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ich Schmerzen habe. Dies alles hat dazu geführt, dass ich seit August 2012 frühberentet bin. Die Hoffnung, dass es mir irgendwann besser geht, ist bei mir komplett verschwunden und ich denke auch öfters über Suizid nach. Ich schaffe nichts mehr und die Antriebslosigkeit und Ängste bestimmen meinen Tag. Oft komme ich noch nicht einmal mehr von der Couch auf, so, als würden mich schwarze Dämonen festhalten. Ja, ich bin an dem absoluten Tiefpunkt meines Lebens angelangt und finde trotz medikamentöser und ambulanter Therapie nicht mehr hinaus. Auch mehrere – bis zu achtwöchige – stationäre Aufenthalte haben mir nicht geholfen. Und so weile ich weiter in diesem schwarzen Tal, bis mein Leben ein Ende findet.

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